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Die IG Metall kommentiert...
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Küchen kaufen keine Küchen
 
Mecklenburger Küchen ist ein Traditionsunternehmen. Schon im Möbelkombinat Nord wurden im Güstrower Betrieb Küchenmöbel hergestellt. Als Konsumgüter für die Bevölkerung und für den Export. Die Nachfrage war höher als die Produktionsleistung. Egal was produziert wurde - alles ging weg. So war das, aber so blieb das nicht. Weder das Was noch das Wie viel. Das kalte Wasser des Wettbewerbs und der Kampf auf einem immer mehr gesättigten Markt machten neue Konzepte erforderlich. Neuinvestitionen in Anlagen und Produkte und ein Gesellschafter, der in der Möbelbranche einen Namen mit Klang und Reputation hatte. “Loddenkämper“ hieß das Zauberwort. Und eine Top-Belegschaft mit Leistungsbereitschaft und Entbehrungserfahrung.
 
Besichtigt man den Showroom des Unternehmens im Gewerbegebiet an der Glasewitzer Chaussee, kommt der Betrachter aus dem Staunen nicht heraus. Das ist sogar international wettbewerbsfähig, was dieses Unternehmen zu leisten in der Lage ist. Leider erst nach ungeheuren Anstrengungen. Und leider auch zu spät. Am vergangenen Freitag hat Geschäftsführer Bobsin den schweren Gang zum Amtsgericht angetreten. 100 Arbeitsplätze sind in akuter Gefahr. Überraschend kam die Nachricht für die Belegschaft nicht. Wochenlang hatte ein vom Betriebsräteberatungsfonds bestelltes Gutachterteam nach Ursachen und Folgen eines gestellten Härtefallantrages an die IG Metall gesucht, um Lösungswege aus der Krise vorzuschlagen.
 
Aber schon im ersten Überblick war klar: Am Lohnniveau hat es nicht gelegen. Das ist zwar für fast alle Unternehmen in ähnlicher Lage keine besonders neue Erkenntnis, aber immer wieder der Anlass mit unsäglichen Forderungen auf Lohnverzicht und unbezahlter Mehrarbeit den Ausweg zu suchen. Löhne am Rande von existenzsicherndem Entgelt waren schon an der Tagesordnung. Urlaubs- und Weihnachtsgeld längst hergegeben.
 
Verwalter Zeuner ist nun an Deck. Kein unbeschriebenes Blatt. IKN Rostock, Plauer Polstermöbel, RMT Rostock. Ein Abwickler und Verwerter war er nie. Aber Wunder sind auch von ihm genauso wenig wie von der IG Metall zu erwarten. Zumal alle Appelle sich wenigstens jetzt zu organisieren, um Hilfe auch so zu erwarten, wie selbstverständlich sie auch in den genannten Fällen von der IG Metall geleistet wurde, im Sande verlaufen sind.
 
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