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Nordic: Kaum noch Chancen in Rostock (18.12.2009 | 12:48) Die Nordic-Werften bangen um Aufträge. Aber auch wenn die kommen, gibt es nächstes Jahr in Rostock keine Arbeit. Das erfuhren die Mitarbeiter gestern. Rostock (OZ) - Lange Gesichter gestern Abend im „Nordlicht“ in Rostock-Lichtenhagen. 600 Mitarbeiter der insolventen Rostocker Wadan-Werft sitzen an langen Tischen. „Ich geh’ mit einem beschissenen Gefühl nach Hause“, sagt Schweißer Olaf Lotze (52). Alle am Tisch nicken. Sie haben Jahrzehnte zusammengearbeitet. Seit der Insolvenz Anfang Juni sitzen sie zu Hause und wissen nicht, ob es weitergeht. Diese Ungewissheit konnte ihnen Oliver Fieber, Geschäftsführer der Transfergesellschaft, nicht nehmen. Die Transfergesellschaft fing 2400 Werftarbeiter aus Wismar und Warnemünde vor der Arbeitslosigkeit auf. Knapp 900 von ihnen sind oder waren zeitweise für die neue Werftgesellschaft Nordic Yards tätig, die meisten davon in Wismar. 2010 wird bei Nordic in Warnemünde sehr wahrscheinlich kein Schiff gebaut, sagt Fieber. Und für die Zeit danach gibt es nur dann eine Perspektive, wenn Eigner Witali Jussufow neue Aufträge besorgt. Alle Werften in Deutschland brauchen neue Aufträge, um das nächste Jahr zu überstehen, sagt Jutta Blankau, Chefin von IG Metall Nord. Aufträge sind in der Krise extrem rar. Nur acht kleinere Neubauten wurden 2009 in Deutschland geordert. Wenigstens in Wismar gibt es noch Arbeit bis zum Sommer. Laut Ex-Wadan-Betriebsrat Harald Ruschel sind im Januar noch 30 bis 50 Leute in Warnemünde mit Restarbeiten beschäftigt. Knapp 100 frühere Kollegen hätten bereits eine neue Stelle. Für die übrigen endet im März die Transfergesellschaft. Eine weitere Verlängerung um drei Monate ist fraglich, falls es keine neue Perspektive gibt. Fieber appelliert an die Mitarbeiter, sich für Stellen einer Jobbörse zu bewerben. Damit fände man später leichter einen besseren Job als „aus der Arbeitslosigkeit“. „In der Jobbörse sind fast nur Leihfirmen“, sagt Schweißer Lotze. Acht, neun Euro die Stunde. Unterm Strich wären das zwanzig Prozent weniger als jetzt in der Transfergesellschaft. Von GERALD KLEINE WÖRDEMANN