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Land macht Druck auf Nordic-Eigner (05.02.2010 | 01:07) Schwerin (OZ) - Im Überlebenskampf der Nordic-Werften in Wismar und Warnemünde erhöht die Landesregierung den Druck auf den russischen Eigner Witalij Jussufow. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) erklärten, sie drängten auf die Einhaltung der von Jussufow gemachten Ankündigungen. „Jetzt müssen die versprochenen Aufträge kommen“, sagte der Regierungschef. Sellering stellte nochmals klar, dass das Land die Transfergesellschaften nicht über den 31. März hinaus verlängern werde. Seidel sekundierte, das Land dürfe nicht mehr helfen, weil man keinen Förderzweck mehr darstellen könne. „Andernfalls machen wir uns wegen unerlaubter Beihilfen strafbar. Wir müssen Jussufow jetzt beim Wort nehmen“, so Seidel. Der CDU-Landeschef forderte den Eigner auf, Kooperationen mit russischen Werften einzugehen und mit weiteren Wadan-Arbeitern Verträge abzuschließen. Jussufow hatte sich im Kaufvertrag verpflichtet, mindestens 1200 Mitarbeiter zu beschäftigen. Sonst droht ihm eine Millionen-Strafe. Zurzeit haben laut Landesregierung von den noch verbliebenen 121 früheren Wadan-Mitarbeitern in Warnemünde und den 756 in Wismar nur 200 einen entfristeten Vertrag. 72 Beschäftigte konnten an andere Firmen vermittelt werden — zumeist zu schlechteren Konditionen als zuvor. Der Wirtschaftsminister formulierte einen Appell an die unternehmerische Eigeninitiative Jussufows. „Wir wollen als Land weder Preisverhandlungen noch Gespräche mit Banken führen“, sagte Seidel. Er glaube erst an Aufträge, wenn eine sichere Finanzierung auf dem Tisch liege. Nur dann sei das Land bereit, noch einmal mit Bürgschaften auszuhelfen. Jussufow habe seit Monaten Aufträge lediglich angekündigt. Insider berichten von massiven Finanzierungsproblemen Jussufows. Bei den Interessenten handelt es sich nach OZ-Informationen um das russische Unternehmen Norilsk Nickel sowie den Bremer Offshore-Spezialisten Beluga. Die Firmen wollen Schiffe für den Transport von Offshore-Windanlagen beziehungsweise verflüssigtem Erdgas bauen lassen. Selbst bei sofortiger Auftragsakquise braucht Jussufow laut Seidel ab Sommer höchstens noch 800 Mitarbeiter — eine indirekte Aufforderung an die Arbeiter, sich anderswo einen Job zu suchen. Die Beschäftigten wollen sich mit dem drohenden Aus ihrer Werften nicht abfinden. Für Sonnabend haben IG Metall und Betriebsräte zu einem Aktionstag in Rostock aufgerufen. Sellering und Seidel kündigten an, daran nicht teilzunehmen. JÖRG KÖPKE