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Nach Werft-Demo: In Rostock keimt neue Hoffnung (11.03.2010 | 12:14) Stadtmitte (OZ) - Drei Wochen vor dem geplanten Ende der Auffanggesellschaften für die Mitarbeiter der insolventen Wadan-Werften demonstrierten gestern rund 1200 Schiffbauer vor dem Schweriner Landtag für das Überleben der Nordic-Werften. Auch in Rostock wollen viele den Glauben an das Fortbestehen des Traditionsstandortes nicht aufgeben. Oberbürgermeisters Roland Methling sieht nach dem durch Nordic Yards akquirierten Schiffbauauftrag von Norilsk Nickel „ neue Hoffnung auf den Erhalt der Schiffbaustandorte Rostock und Wismar und der Industriearbeitsplätze am Wasser“. Alle Verantwortlichen seien nun gefragt, die notwendige Finanzierung des Auftrages sicherzustellen, damit auch die Verlängerung der Transfergesellschaft in die Wege geleitet werden könne. Der Erhalt der Arbeitsplätze habe gerade nach dem letzten Gespräch am Tisch des Ministerpräsidenten Erwin Sellering für Methling oberste Priorität. „Es gilt, den Erfahrungsschatz unserer Schiffbauer für den Industriestandort Rostock mit allen Mitteln zu erhalten“, so Methling. Auch Matthias Fromm, Sprecher von Rostock Business, erklärte, dass nun alle an einem Strang ziehen müssten, um den Beschäftigten in Rostock eine Perspektive zu geben. Wichtig sei aber nun, weitere Aufträge zu aquirieren. „Es reicht nicht, die Transfergesellschaft lediglich für ein paar Monate mehr lebendig zu halten“, so Fromm. Es müsse langfristiger gedacht werden. Schließlich sei die Gefahr groß, dass weitere hochqualifizierte Arbeitskräfte abwandern. Auch für die Zulieferindustrie wäre es nicht gut, wenn jetzt nicht alles getan werde, um die Werften zu erhalten. Auch Anke Knitter, stellvertretende Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, sieht einen kleinen Funken Hoffnung. Dreh- und Angelpunkt aber sei die noch immer nicht stehende Finanzierung des bestellten Spezialtankers bei den Nordic-Werften. Nur ein unterschriebener Schiffbauvertrag bringe den Mitarbeitern ohne Finanzierungskonzept nichts. Sie sieht nun auch Angela Merkel in der Pflicht, sich bei den Gesprächen einzuschalten. „Das kann man erwarten. Schließlich hat sie auch nicht weit von hier ihren Wahlkreis und weiß, wie wichtig die Werften für die Region und für Mecklenburg-Vorpommern sind“, sagte Knitter. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, fasste gestern Alexander Prechtel, Ortsbeiratsvorsitzender in Warnemünde, die Stimmung im Ostseebad zusammen. Die Werften seien nicht nur für die Region, sondern auch für das Land und ganz Deutschland wichtig. „Es kann nicht richtig sein, wenn das hier wegbricht“, so Prechtel. Die Werft gehöre schließlich seit Generationen zu Rostock. „Es darf einfach nicht sein, wenn das Geschichte wird.“ Am Wegfall hingen viele Einzelschicksale und insgesamt wäre das Ansehen und das Bild von Warnemünde nicht mehr dasselbe. In dem Ostseebad sei schließlich alles auf die Werft ausgerichtet. BIANCA HANNIG