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Bei den Metallbauern füllen sich die Auftragsbücher (04.06.2010 | 16:03) Rostock/Berlin (OZ) - Die Metall- und Elektrobranche in Deutschland erholt sich schneller als erwartet. Auch in Mecklenburg-Vorpommern geben sich viele Unternehmen vorsichtig optimistisch, die Talsohle durchschritten zu haben. „Wir nehmen die ersten Stufen, sind aber noch im Keller“, sagte der Sprecher des Nordmetall-Verbands, Peter Haas, gestern der OZ. Eine Ausnahme stelle allerdings der noch immer von der Krise schwer getroffene Schiffbau dar. Bundesweit ist die Auslastung der Produktion laut Arbeitgeberverband Gesamtmetall deutlich gestiegen. Sie erreichte im Juli 2009 ihren Tiefpunkt bei 69,2 Prozent und lag im April 2010 wieder bei 79,2 Prozent. „Normal sind rund 88 Prozent“, so Verbandspräsident Martin Kannegiesser. Zudem hätten sich Geschäftslage und Erwartungen erneut verbessert. Ein Trend, den die Branche in MV bestätigen kann. So seien die Erwartungen der Industrie, bei der Metall und Elektro einen wesentlichen Anteil ausmachen, „erheblich besser“ als noch vor einem Jahr. Dies geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostock hervor, wie IHK-Volkswirt Mario Rothaupt sagte. Auch die aktuelle Geschäftslage habe sich deutlich verbessert. Bezeichneten im Januar noch knapp 16 Prozent der Industriefirmen im Kammerbezirk ihre Lage als „gut“, so waren dies im Mai schon 22 Prozent. Diese Angaben entsprechen den Zahlen von Nordmetall. Erstmals seit Ende 2008 zeige der Index des Verbandes wieder „mehr Gut- als Schlechtgelaunte“. „Die norddeutsche Metall- und Elektroindustrie hat wieder mehr zu tun, die Auftragsbücher füllen sich“, sagte Nordmetall-Vizepräsident Michael Waskönig. Die Branche zählt in MV rund 330 Betriebe mit 28 000 Beschäftigten. Im vergangenen Jahr lag der Gesamtumsatz mit 5,2 Milliarden Euro noch deutlich unter dem von 2008 mit 7,2 Milliarden Euro. Einen positiven Konjunkturtrend registriert auch die Rostocker Elektrotechnik-Firma SEAR. Das Unternehmen mit 160 Mitarbeitern spürt seit Anfang des Jahres einen Aufschwung etwa im Bereich der Elektroinstallationen für die Industrie. „Auch für das zweite Halbjahr 2010 sind unsere Erwartungen positiv“, betonte SEAR-Geschäftsführer Thomas Lambusch. In den vergangenen Monaten habe das Unternehmen zudem Großaufträge etwa für Wingas (Lubmin) oder ein Umspannwerk in Bentwisch bei Rostock erhalten. „Von der Krise haben wir daher kaum etwas gespürt.“ Das hatte bislang auch die Stralsunder Firma PEHA Reparatur und Anlagenbau nicht. Für das zweite Halbjahr sei jedoch ein Reparatur-Großauftrag weggebrochen, erklärte Prokuristin Silke Giebner. „Jetzt müssen wir uns Gedanken über Kurzarbeit machen, wenn wir nicht entlassen wollen“, so die Mitgesellschafterin. Zu den Kunden der Spezialfirma (25 Beschäftigte) für Pumpen, Elektromaschinen und Anlagentechnik gehören vor allem Werften, aber auch kommunale Betriebe und Hotels. AXEL MEYER