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Yusufov: Schritt in Erschließung weiterer Marktsegmente (19.06.2010 | 15:18) Wismar (OZ) - „Experten rechnen weltweit mit einem massiv wachsenden Rohstoffbedarf. Ein großer Teil der Öl- und Gasressourcen der Erde befindet sich in arktischen Regionen. Gleichzeitig fehlen derzeit technische Lösungen, die für diese extremen Einsatzbedingungen geeignet sind. Hier liegt eine große Chance für Nordic Yards“, sagt Fred G. Wegener, Technischer Direktor von Nordic Yards mit den beiden Werften in Wismar und Warnemünde. Dazu passt, dass die Werftengruppe mit Unterstützung des Bundesforschungsministeriums Schiffe für diese Arktiseinsätze entwickeln will. Nordic Yards erhält im Rahmen seiner Beteiligung am Expertenbündnis POLAR („Production, Operation and Living in Arctic Regions“) mit Sitz in Rostock vom Bundesministerium Fördergelder in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Damit unterstützt das Ministerium die Forschungsaktivitäten von Nordic Yards zum Schiffbau für arktische Bedingungen. Fred G. Wegener: „Die Kooperation im Rahmen von POLAR hilft uns, unsere Expertise im Bereich der Arktis-Schifffahrt systematisch weiter auszubauen und zu verbessern.“ Nordic Yards beteiligt sich mit einem Eigenanteil von ca. 1,8 Millionen Euro an der Förderung des vielversprechenden Forschungsprojektes. „Mit POLAR gehen wir einen wichtigen Schritt in der Erschließung weiterer Marktsegmente im internationalen Wettbewerb“, erklärt Vitaly Yusufov, Eigentümer und Geschäftsführer von Nordic Yards, und fügt hinzu: „Durch die Bündelung von Kompetenzen der einzelnen Unternehmen sind wir in der Lage, auch bereichsübergreifende, komplexe Kundenanforderungen optimal zu realisieren.“ Ziel der Initiative, die 14 Partnerunternehmen umfasst, ist die gemeinsame Entwicklung von technischen Systemlösungen für die Gewinnung und Verarbeitung, den Transport sowie die Lagerung von Rohstoffen unter den Extrembedingungen der arktischen Regionen. Das Verbundprojekt umfasst nach Unternehmensangaben 21 Millionen Euro. Unter der Federführung von Nordic Yards entwickelt POLAR Konstruktionskonzepte für Flüssiggastanker-Plattformen. Massive Eisdecken, starker Wind, heftiger Seegang und extreme Temperaturen sollen in Zukunft kein Hindernis mehr für die Erschließung von Rohstoffen in arktischen Gewässern darstellen. Um auch Flüssigerdgasanlagen und Tankperipherien von ganzen Offshore-Strukturen unter Extrembedingungen einsetzen zu können, erforscht und entwickelt Nordic Yards darüber hinaus mit seinen POLAR-Partnern innovative Lösungen. Unterdessen hatte Werftchef Yusufov in dieser Woche erklärt, mehrere neue Aufträge aus Russland in Aussicht zu haben: „Wir haben zurzeit vier, fünf Projekte in einer sehr intensiven Bearbeitungsphase und wir hoffen, dass wir von dieser Anzahl eine gewisse Trefferquote im Laufe der nächsten Monate erreichen werden.“ Dabei gehe es um Spezialschiffe für Offshore-Anlagen und Fähren. Für die Werften in Wismar und Warnemünde hat Vitaly Yusufov seit der Übernahme der Werften im August 2009 bislang einen Auftrag an Land gezogen. Der russische Bergbaukonzern Norilsk Nickel hat einen eisbrechenden Tanker bestellt, für den die Finanzierung aber erst zum Teil gesichert ist. Sprecherin Tina Mentner erklärte gestern, dass zwei Tranchen bereits vom Auftraggeber bezahlt worden sind. Für drei weitere Tranchen liefen noch Gespräche mit Banken. „Wir sind guter Dinge“, sagte sie. Die Arbeiten an dem Schiffbauprojekt sollen offiziell am 1. Juli beginnen. Vor der Insolvenz im Sommer 2009 gab es auf beiden Werften 2400 Beschäftigte. Die Transfergesellschaften laufen zum 1. August ab. Der Beschäftigungspakt sieht 1200 Jobs vor, 700 jetzt, 500 abhängig von Auftragslage und Baufortschritt. Die Beschäftigten in Warnemünde haben ihre unbefristeten Arbeitsverträge bereits unterschrieben, in Wismar wurden die Beschäftigten schriftlich informiert, die die Verträge erhalten, teilte Tina Mentner mit. Info: POLAR-Gruppe und Flüssigerdgas Das Bündnis „POLAR — Production, Operation and Living in Arctic Regions” mit Sitz in Rostock vereint die Erfahrung von 14 Partnern und wird durch die MCC Maritimes Consulting Center GmbH koordiniert. Zu den Partnern gehören regionale Industrie- und Engineering-Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen. Das Expertencluster vereint Kompetenzen aus den Bereichen Schiffbau und Offshore-Technik, LNG-Anlagen, Tankperipherien, Wohn- und Servicemodulen. POLAR-Mitglieder sind: Nordic Yards, KAEFER Isoliertechnik mit Hauptsitz in Bremen, R&M Ship Technologies Rostock, die NSK Neptun-Stahlkonstruktions GmbH Rostock, IMG Ingenieurtechnik und Maschinenbau Rostock, EEW Special Pipe Constructions Rostock, RoKo Rostocker Korrosionsschutz, Muehlhan Rostock, KLH Montage Bad Doberan, das ILK Institut für Luft- und Kältetechnik Dresden, das Fraunhofer Anwendungszentrum Großstrukturen in der Produktionstechnik Rostock, die Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Universität Rostock, IMAWIS Maritime Wirtschafts- und Schiffbauforschung Wismar sowie die WIG Wismarer Ingenieurgesellschaft mbH. Als Flüssigerdgas (Abkürzung LNG für engl. liquefied natural gas) wird durch Abkühlung verflüssigtes Erdgas bezeichnet. Besonders zu Transport- und Lagerungszwecken hat LNG große Vorteile. Technisch verliert das Erdgas dadurch seine Eigenschaft der Leitungsgebundenheit und kann somit auf der Straße, der Schiene und auf dem Wasser transportiert werden. LNG-Transporte gewinnen immer mehr an Bedeutung. HEIKO HOFFMANN