Hamburg/Rostock (dpa) Einen Tag vor der vierten Verhandlungsrunde im norddeutschen Metall-Tarifkonflikt hat die IG Metall den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. An der Nord- und Ostsee-Küste legten gestern mehrere tausend Beschäftigte vorübergehend die Arbeit nieder und versammelten sich zu Demonstrationen. Insgesamt waren nach IG-Metall-Angaben 125 Betriebe betroffen. In Mecklenburg- Vorpommern beteiligten sich in den Werftstädten Wismar, Rostock, Stralsund und Wolgast insgesamt 1900 Beschäftigte an den Warnstreiks. Die Gewerkschaft wollte vor den Verhandlungen heute in Hamburg ihrer Forderung nach einer Entgelterhöhung um fünf Prozent Nachdruck verleihen. Die Gewerkschaft droht mit unbefristeten Streiks, falls die Gespräche scheitern. „Bei den Beschäftigten gibt es Wut und Enttäuschung über das Verhalten der Arbeitgeber“, sagte der Sprecher der IG Metall Küste, Daniel Friedrich.
In Rostock-Warnemünde hielten 600 Beschäftigte der Frühschichten der beiden Rostocker Werften und von Caterpillar um fünf Minuten vor zwölf Uhr eine Kundgebung ab. Dabei blockierten sie für eine Viertelstunde eine zentrale Kreuzung. Auch die Spät- und die Nachtschichten wollten zeitweise die Arbeit niederlegen.
In Wismar beteiligten sich 550 Metaller der Aker-Werft und der Firmen Schottel und Lear Corporation an einer Kundgebung vor dem Werfttor. Neben der Frühschicht nahmen daran auch Spät- und Nachtschichtler teil. In Stralsund legten 400 Mitarbeiter der Volkswerft für eineinhalb Stunden die Arbeit nieder. Wie ihre 350 Kollegen von der Peene-Werft in Wolgast versammelten sie sich zu einer Kundgebung vor dem Betrieb.
Die größten Aktionen gab es am frühen Morgen in Papenburg und Emden: Dort demonstrierten laut Gewerkschaft 2000 bzw. 1400 Menschen vor den Toren der Meyer Werft und der Nordseewerke.
Die Verhandlungen in anderen Tarifbezirken sind weiter fortgeschritten als an der Küste. In Nordrhein-Westfalen hatte es Dienstag bei der sechsten Verhandlungsrunde eine erste Annäherung gegeben, morgen wird weiter verhandelt. Ein letzter Hoffnungsfunke für die deutsche Metall- und Elektroindustrie mit ihren 3,4 Millionen Beschäftigten. Denn die Tarifkommission in Bayern beantragte gestern schon beim Bundesvorstand das Scheitern der Verhandlungen und die Urabstimmung über einen Streik. Nordrhein-Westfalen und Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland folgen heute.
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