Auf den Werften in Warnemünde und Wismar gibt es wieder Arbeit für einige hundert Beschäftigte. Gerettet sind die Betriebe mit dem Weiterbau der Stena-Fähren aber noch lange nicht. Schwerin (OZ) - Auf der früheren Warnow-Werft bereitet gerade noch ein Dutzend Schiffbauer die Probefahrt für die an eine ostfriesische Reederei verkauften Container-Frachter vor, die kommenden Dienstag stattfinden soll.
„Es muss so schnell wie möglich weitergehen“, sagt Ruschel. Die Kräne und Anlagen müssen wieder bewegt werden, sonst gehen sie durch den Stillstand kaputt. Die Arbeiter und Angestellten bilden sich bei Bildungsträgern in der ganzen Region weiter. Sie machen Englischkurse, frischen ihre Schweißerkenntnisse auf und erlernen neue Off-Shore-Technologien. Ruschel: „Alles, was man für den Betrieb einer Werft braucht.“
Die Restarbeit an den Stena-Fähren lasse sich gut auf beide Werften verteilen, schildert der Betriebsrat. An der Warnow werden die vorderen Teile der 240 Meter langen Schiffe gebaut. In Wismar werden die Stahlriesen anschließend zusammengesetzt. Hier liegt bereits das erste, fast fertige Schiff. Von der Nummer zwei liegen in Warnemünde erst einige Rohteile.
In Schwerin sorgte die Nachricht vom Weiterbau für Erleichterung. „Ich bin froh, dass das jetzt zu einem vernünftigen Ergebnis gekommen ist“, sagt Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Mit neuen Aufträgen rechnet Sellering nicht vor Ende des Jahres. Der neue Werfteigner Witalij Jussufow könne mit neuen Bürgschaften des Landes rechnen – wenn es denn Schiffe gibt, die gebaut werden sollen.
„Die Krise ist noch nicht vorbei“, erklärt Jochen Schulte, SPD-Wirtschaftsexperte im Landtag. Die Situation auf den Werften im Land sei nach wie vor angespannt. Vor einer Woche war bekannt geworden, dass auch die Hegemann-Werften in Wolgast und Stralsund wegen stornierter Aufträge Probleme haben und eine Bürgschaft über 280 Millionen Euro brauchen. Bei Wadan will sich Insolvenzverwalter Marc Odebrecht jetzt ganz auf zwei Containerschiffe konzentrieren – die letzten beiden Schiffe, deren Zukunft noch unklar ist.
Die Rostocker Reederei Laeisz soll ihre gekündigten Kaufverträge doch noch erfüllen, lautet Odebrechts Ziel. Betriebsrat Ruschel denkt bereits mit Sorge an das Jahresende, wenn die Verträge für die Beschäftigten in der Transfergesellschaft auslaufen. „Wir müssen über eine Verlängerung nachdenken“, sagte er.
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