mv hro sn par gue rdg hwi hst nb jug
<home><aktuelles>
 :: Aktuelles ::

Neuer Chefsanierer für Werften gesucht - Landespolitik besorgt wegen Hegemann-Werften
03.02.2010 | 10:50 Uhr
Neuer Chefsanierer für Werften gesucht - Landespolitik besorgt wegen Hegemann-WerftenSchwerin (dpa) - Der Rücktritt des Chef-Sanierers der Hegemann- Werften in Stralsund und Wolgast, Martin Hammer, nährt Sorgen in der Landespolitik über die Zukunft der Schiffbaubetriebe. Die Landtagsfraktionen von Linker und FDP kündigten gestern den Antrag für eine Sondersitzung des Wirtschaftsausschusses an, in der die Landesregierung zum Stand der Dinge auf den Hegemann-Werften berichten soll. Die Lage sei „total undurchsichtig“, kritisierte der Fraktionsvorsitzende der Linken, Helmut Holter, in Schwerin.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Wolfgang Waldmüller, sieht die Entwicklung mit Sorge. Alle müssten an einem Strang ziehen, forderte er. „Es kann nur ein gemeinsames Interesse geben und dieses heißt: Rettung des Unternehmens! Gesellschafter, Banken und Treuhänder sitzen in einem Boot.“ Das Land könne und werde, „wo immer gewünscht“, Hilfestellung und Unterstützung geben.

Der Werftenexperte der SPD- Fraktion, Jochen Schulte, forderte die rasche Einsetzung eines neuen Sanierers. „Wenn das schnell geht, ist der Rücktritt Hammers nicht so dramatisch“, sagte Schulte.

Die FDP sieht nach Worten ihres Fraktionssprechers Sascha Zimmermann mit dem Weggang von Hammer und dessen K&H Business Partner GmbH das Sanierungskonzept in Gefahr, das bereits Ende Januar vorliegen sollte. Offenbar hätten sich Treuhänder und Chef-Sanierer zerstritten.


Neuer Chefsanierer für Werften gesucht

Wolgast (OZ) - Die mit dem Rücktritt des Chefsanierers Martin Hammer frei gewordene Stelle des Generalbevollmächtigten der in Finanznot geratenen Hegemann-Werften in Wolgast, Stralsund und Berne soll neu besetzt werden. „Der Treuhänder ist momentan auf der Suche nach einem neuen Generalbevollmächtigten“, sagte gestern Carl Graf Hohenthal, Sprecher des Treuhänders Christopher Seagon. Weitere Anfragen lässt Hohenthal zurzeit unbeantwortet.

Seagon, Geschäftsführender Gesellschafter der Cornelius Treuhand GmbH in Frankfurt am Main, hatte am Montag in Wolgast an der ersten Sitzung jenes Beirates teilgenommen, der den Prozess der Werftenrestrukturierung begleiten soll. Bisher zählt das Gremium, das mit fünf Personen besetzt werden soll, erst drei Mitglieder. Dabei handelt es sich nach OZ-Informationen um Seagon selbst, um Karl-Josef Kraus von der Unternehmensberatung Roland Berger in Berlin und um den Bremer Notar Rainer Kuhlenkampff, der Werfteigner Detlef Hegemann vertritt.

Mit Einzelheiten über weitere Schritte in dem Restrukturierungsprozess, den der Hamburger Unternehmenssanierer und Geschäftsführer der K & H Business Partner GmbH, Martin Hammer, im Herbst 2009 erfolgreich begonnen hatte, hielten sich die Verantwortlichen auch gestern wieder zurück. Unternehmenssprecherin Michaela Götz-Brinkmann, die nun anstatt des am Montag abgelösten Sprechers Torsten Henkel tätig ist, müsse sich „zunächst selbst einen Überblick über die aktuelle Situation“ verschaffen. Sie wiederholte lediglich, dass anstelle von Hammer nunmehr der Treuhänder und die insgesamt vier für die Werften in Wolgast und Stralsund tätigen Geschäftsführer wieder für das operative Geschäft verantwortlich seien. Was die von Hammers Beraterteam eingeleiteten Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite zum Abschluss eines Sozialplan-Tarifvertrages angeht, „gehe ich davon aus, dass diese ohne Reibungsverluste fortgesetzt werden“, sagte Götz-Brinkmann.

Wie berichtet, machen sich Landespolitiker unterschiedlicher Parteien wegen des Rücktritts des Chefsanierers Sorgen um die Zukunft der Schiffbaubetriebe. Offenbar gab es Streit zwischen dem Manager Hammer und dem Treuhänder Seagon über die künftige Geschäftspolitik. Dies ist angesichts der Tatsache, dass K & H Business Partner zusammen mit den Wirtschaftsprüfern von KPMG Ende 2009 ein tragfähiges Sanierungskonzept auf die Beine stellte, äußerst bedenklich. Denn: Auf Grundlage jenes Konzeptes gewährte das Land MV Anfang Januar einen Überbrückungskredit, der die Werften vor der Insolvenz bewahrte.

Der Ruf aus dem politischen Raum nach Aufklärung wird unterdessen lauter. „In Anbetracht der schwierigen Situation erwarte ich eine andere Informationspolitik vom Management“, meldete sich der Wolgaster Stadtvertreter Lars Bergemann (Die Linke) gestern an die Öffentlichkeit. Die Geschäftsleitung der Wolgaster Peene-Werft möge „endlich das Schweigen beenden und Klartext reden“, wie es langfristig weitergehen kann. Informationen stünden sowohl den Werftarbeitern als auch der ganzen Region zu, so Bergemann.



T. S.


vorige News
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
chat
gb
vote
mb
nletter
lrechner
kformular
forum
ibereich