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Lubmin startet Fertigung von Offshore-Windkraftanlagen
04.03.2010 | 12:33 Uhr
Lubmin startet Fertigung von Offshore-WindkraftanlagenLubmin (OZ) - Im früheren Maschinenhaus des Kernkraftwerks (KKW) in Lubmin hat jetzt die Windkraftbranche das Sagen. Durch das Hallentor 2 bugsiert ein 35-Tonnen-Stapler ein riesiges Rohrsegment zur Montage. Auf den Rollböcken, auf denen in den letzten Jahren von der Firma Modul- und Anlagenbau (MAB) Schiffsteile zusammengesetzt wurden, reihen sich jetzt bis zu 32 Tonnen schwere Rohrsegmente aneinander, jedes fünf Meter im Durchmesser. Drei Rundnaht-Schweißautomaten schieben 32 Meter lange Schweißarme in das Innere der Röhren, um die gehefteten Segmente zu kompletten Masten zusammenzusetzen.

Gleich nebenan fährt Schweißer Jörg Mozgawa mit einer Hydraulik-Hubbühne an den Röhrenrand, um einen tonnenschweren sogenannten Lochkranzflansch zu fixieren. Daran werde später auf See die Übernahmestation für die Windräder aufgesetzt, erklärt Gerd Roedel, Chef des Lubminer Werkes, das die Erndtebrücker Eisenwerke (EEW) aus Nordrhein-Westfalen kürzlich in Betrieb nahm. In einem neuen Hallenkomplex am Lubminer Hafen rüsten Mitarbeiter der Firma WeserWind aus Bremerhaven dann die Stahlkonstruktionen mit Arbeitsplattformen und Bootsanlegern aus.

Seit einigen Wochen läuft die Produktion von Windmasten in Lubmin auf Hochtouren. „Wir haben nicht nur den Hallentrakt und mehrere Anlagen von MAB für zunächst zwei Jahre gepachtet, sondern auch 61 Mitarbeiter vom Schiffszulieferer übernommen“, erklärt Roedel. Denn an der Seeseite des kilometerlangen früheren KKW-Maschinenhauses erinnert nur noch der aufgebockte Rumpf eines Küstenmotorschiffes daran, dass hier vor einigen Monaten Schiffskörper, -sektionen und -doppelböden geschweißt wurden und zur Endfertigung zu deutschen Werften verschifft wurden. Nur einige Pontons warten in der ehemaligen Turbinenhalle auf ihre Auslieferung.

Jetzt arbeiten die Männer wieder im Drei-Schicht-Betrieb. Rund um die Uhr werden Aufträge für den Bau maritimer Windparks abgearbeitet. Gerade erst wurden die Masten für die Offshore-Windfarm Walney fertiggestellt, die der dänische Konzern Dong Energy in der Irischen See, 15 Kilometer westlich der englischen Stadt Barrow-in-Furness, errichten will. Die ersten Konstruktionen liegen lieferbereit am Hafenkai. Die insgesamt 102 Standfüße, sogenannte Monopiles, die in den Meeresgrund gerammt werden, und die darauf zu montierenden Übernahmestationen sollen in der kommenden Woche verschifft werden.

Demnächst werden in Lubmin Rohrsegmente aus Südkorea und Malaysia erwartet. „Wir brauchen die Spezialrohre für den Bau des ersten deutschen Ostsee-Windpark ,Baltic I‘“, so Roedel. Die 21

Masten des Energieversorgers EnBW sollen im Sommer etwa 16 Kilometer vor dem Darß (Nordvorpommern) in den Meeresgrund gerammt werden. Schon zum Jahresende soll der Windpark in Betrieb gehen und bis zu 50 Megawatt Ökostrom produzieren.


Lubmin startet Fertigung von Offshore-Windkraftanlagen
RALPH SOMMER


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