Rostock (OZ) - In MV stößt der maritime Krisengipfel bei Gewerkschaften und Oppositionsparteien weitgehend auf Kritik. „Diese Veranstaltung hat überhaupt nichts gebracht“, meint Harald Ruschel, früherer Betriebsratschef der Warnemünder Werft. Die hohen Erwartungen der Werftarbeiter in Warnemünde und Wismar seien in keiner Weise erfüllt worden. „Beide Standorte haben nur eine Chance, wenn die Transfergesellschaften bis zum 31. Juli verlängert werden“, sagt Ruschel. An dem Tag erst laufe die Einjahresfrist ab, so lange können die Gesellschaften gesetzlich bestehen.
„Es ist skandalös, dass in Berlin keine konkreten finanziellen Hilfen für die gefährdeten Werften in Warnemünde und Wismar beschlossen wurden“, erklärt Linke- Landesvorsitzender Steffen Bockhahn. Es habe nur Absichtserklärungen gegeben. Berlin sei gefordert. So sollte der Bund seine über 200, teilweise überalterten zivilen Wasserfahrzeuge — etwa Forschungsschiffe oder Boote der Bundespolizei — in MV überholen lassen. Damit könnten die Werften ihre Durststrecke überstehen.
„Erwartungsgemäß hat das Thema Schiffbau auf dem Treffen eine völlig untergeordnete Rolle gespielt“, erklärt der Rostocker IG- Metall-Bevollmächtigte Rüdiger Klein. Die IG Metall erwarte jetzt ein klares Bekenntnis von der Landesregierung, wie die Transfergesellschaften in Warnemünde und Wismar weitergeführt werden. „Es muss klar sein, wer das Kurzarbeiter-Entgelt über den 31. März hinaus finanziert“, sagt Klein. Wenn der russische Tanker-Auftrag für die Nordic-Yards-Werften bis zum nächsten Mittwoch abgesichert werde, könnten die Gesellschaften bis 31. Juli weiterlaufen.
„Die FDP steht zu den Werftstandorten in MV und fordert, dass die öffentliche Hand weiterhin mit Bürgschaften unterstützend zur Seite steht“, erklärt Landesvorsitzender Christian Ahrendt. Dabei gelte es, das vorhandene Interesse privater Kapitalanleger zu verstärken.
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