Rostock (OZ) - Der angekündigte Großauftrag für die Warnemünder Nordic-Werft, wo 2011 mit dem Bau einer Umrichterstation für die Energieübertragung von Offshore-Windanlagen in der Nordsee ans Festland begonnen werden soll, lässt in der Hansestadt Hoffnung aufkeimen. „Wenn es denn so kommt, wäre es für die Werften wunderbar“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Rolf Paarmann, warnt jedoch vor Euphorie. „Es ist aber kein grundsätzlicher Aufschwung für die maritime Industrie. Es kann Sicherung von Beschäftigung bedeuten und eine Reputation für die Werft, mehr nicht.“ Hoffnung überwiegt auch bei Vertretern der Bürgerschaft, wenngleich immer wieder Skepsis mit anklingt. „Ob alles wahr ist und so funktioniert, wie es angekündigt wird, bleibt offen. Allerdings ist alles besser als nichts“, meint der Fraktionsvorsitzende der UFR, Malte Philipp. „Man kann viel darüber debattieren, ob das alles Sinn macht. Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, greift man nach jedem Strohhalm und hofft, dass Luft durchkommt.“ Eva-Maria Kröger, Fraktionschefin der Linken, erinnert an ähnliche Ankündigungen des Nordic-Eigentümers Witali Jussufow, die sich wegen fehlender Finanzierungen als Windei entpuppt hätten. „Das hat sicher nicht dazu beigetragen, dass man allzu große Erwartungen hegt“, sagt Kröger. Trotzdem bleibt sie optimistisch. „Jeder Auftrag tut gut. Und da es sich um regenerative Energien handelt, ist es umso besser.“ Johann-Georg Jaeger (Grüne) wertet den angekündigten Auftrag als Zeichen, dass Jussufow in der Lage sei, sich neben dem Schiffbau ein weiteres Standbein zu schaffen. Das sei auch im Hinblick der von der Bundesregierung forcierten Politik zur Förderung alternativer Energien bedeutend, da in diesem Bereich für die nächsten „zehn bis 15 Jahre gigantische Investitionen“ absehbar seien.
Dass es jetzt Aufträge im Offshore-Bereich gebe, sei ein gutes Zeichen, sagt Rostocks zweite stellvertretende Bürgermeisterin, Kultursenatorin Liane Melzer (SPD). „Ich hoffe, dass es Herrn Jussufow jetzt auch gelingen wird, mithilfe der russischen Regierung Aufträge im Container- und Spezialschiffbau zu erhalten.“ Norbert Ripka, Betreiber eines Warnemünder Catering-Service, der die Werft einst als Hauptauftraggeber in seinen Büchern führte, bremst zu große Erwartungen: „Wenn es dazu kommt, dauert es sowieso noch.“
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