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Ausgangslage Zielsetzung des Projekts Forschungsbedarf Untersuchungsfelder
Methodisches Vorgehen Transferleistungen Zeitplanung Personalbedarf

5 Jahre Geschichtsprojekt - 12.12.2007 Dauwat Rostock Vorstellung Buch "Im Wandel solidarisch bleiben"

Kurzfassung
Der Untersuchungsgegenstand sind die als Arbeiter oder Angestellten beschäftigten Arbeitnehmer in der Metall- und Elektroindustrie sowie im Handwerk innerhalb der Grenzen des heutigen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Zum Verständnis des Stellenwerts der Metallbranchen sind der Wandel in der sektoralen Verteilung der Wirtschaft und andere Indikatoren der Wirtschaftsentwicklung wie die Betriebsgrößen und der Stand der Technik zu bestimmen und in einen Vergleich mit der Entwicklung im Reich bzw. im Bund sowie in den benachbarten Küstenregionen, Schleswig-Holstein und Westpommern, zu setzen. Die Entwicklung der metallverarbeitenden Wirtschaft an ihren Standorten in den Hafenstädten, aber auch im Binnenland ist aus den geographischen Bedingungen zu verstehen. Von entscheidender Bedeutung für den Strukturwandel in der Metallindustrie erscheint aber ebenso der Einfluss der Wirtschaftspolitik in den beiden Mecklenburg im Kaiserreich und in der Zwischenkriegszeit, der Industriepolitik Preussens, der Rüstungswirtschaft im „Dritten Reich“ und der staatlichen Industrieplanung in der SBZ und DDR, schließlich auch der Wirtschaftsförderung und Strukturpolitik seit 1990. Das Augenmerk ist außerdem auf das Agieren von wirtschaftlichen Interessengruppen und für die jüngste Vergangenheit und Gegenwart auf die supranationalen Beschlüsse der Europäischen Union zu richten, um das Investitionsverhalten in der Metallindustrie zu verstehen, von denen die Beschäftigten mittelbar, oft unmittelbar betroffen waren und sind. Diese zur Erklärung der Geschichte der Arbeiterbewegung heranzuziehenden polit-ökonomischen Rahmenbedingungen sollen allerdings als auch von den Arbeitnehmern und ihren Gewerkschaften mitbeeinflusst betrachtet werden.
Die Konstituierung und der Wandel in der Zusammensetzung der Arbeiterklasse im mecklenburgisch-vorpommerschen Raum soll als Ergebnis sozialer und regionaler Mobilität interpretiert werden. Zu denken ist hier an die Proletarisierung von weit ins 19. Jahrhundert hinein unter halbfeudalen Verhältnissen lebenden Teilen der Landbevölkerung ebenso wie an die Wanderungsbewegungen während der Industrialisierungsphase insbesondere innerhalb der überdurchschnittlich mobilen Berufsgruppe der Werftarbeiter. Auch zum Verständnis der Einstellungen und des Verhaltens der Belegschaften in den Wismarer, Rostocker und Neubrandenburger Luftrüstungsbetrieben im Nationalsozialismus erscheint die Erstellung eines sozialen Profils der Arbeitnehmerschaft als wesentlich. Dies gilt nicht zuletzt auch für die Rekrutierung der Arbeitskräfte für die Schiffbauindustrie der DDR, d.h. Werftarbeiter aus Stettin und Danzig, aber auch berufsfremde Umsiedler. Für das Gesellschaftsbild der Arbeiter wie auch deren Selbstbewusstsein prägend können die alltäglichen Arbeitserfahrungen und das Leben vor und nach der Arbeit angenommen werden. Die Arbeitsbedingungen und –leistungen, das Einkommensniveau, das Alltagsleben der Metallarbeiter sind daher vor dem Hintergrund wirtschaftlichen Strukturwandels, konjunktureller Schwankungen und politischer sowie kultureller Einflüsse nachzuzeichnen.
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