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Ribnitz-Damgarten war innerhalb der IG Metall-Verwaltungsstelle Rostock seit 1990 ein vergleichsweise unbedeutender Teil organisationspolitischer Arbeit. Die vom Faserplattenwerk Ribnitz abgespaltene Reparaturabteilung firmierte als Boddenstahl GmbH und wurde 1990 als erster Betrieb innerhalb der Rostocker IG Metall in eine haustarifvertragliche Bindung gebracht. Darüber hinaus betreute die IG Metall die Gründung einer Beschäftigungsgesellschaft des Faserplattenwerkes. Der leider viel zu früh verstorbene, spätere Geschäftsführer dieser Gesellschaft, Michael Schuldt, war mit der Gründung der Verwaltungsstelle Rostock Mitglied des 1.Ortsvorstandes der IG Metall. Schon 1992 bildete sich in Ribnitz ein erstes Ortskartell aus Betriebsräten Ribnitzer und Barther Betriebe, das leider nur sehr kurz existierte. Dazu gehörte u.a. der Betriebsratsvorsitzende des Schiffsanlagenbau Barth Torsten Burmeister. Insbesondere bei der Betriebsbetreuung dieses zum ehemaligen Kombinat Schiffbau zugehörenden Betriebes und des regionalen Beschäftigungsträgers BQBZ lag die Schwerpunktbetreuung der Rostocker IG Metall in den folgenden Jahren. Mit der dramatischen Vernichtung der Bestwood GmbH und der Schrumpfung von Ostseeschmuck zu einer Schaumanufaktur war in Ribnitz-Damgarten eine Deindustrialisierung einer Region in einem fast einmaligen Ausmaß abgeschlossen. Dieser Substanzverlust von BESTWOOD machte auch ein Weiterexistieren des Büros der GHK in Ribnitz unmöglich.

 
Die GHK war zwischenzeitlich in die IG Metall integriert worden und ihre Mitglieder zur Metallgewerkschaft übergetreten. Auf dem Weg der Arbeitsplatzvernichtung waren in den Jahren auch DALATECH Daskow und Schäfermöbel Ribnitz sowie RILED auf der Strecke geblieben. In Barth wurde die traditionsreiche Eisengießerei POMMEG Opfer der Privatisierung der Treuhandanstalt. Eine Region im Norden als Standort der Konsumgüterindustrie hatte aufgehört zu existieren. Tausende Mitglieder der IG Metall und der ehemaligen Gewerkschaft Holz-Kunststoff waren arbeitslos und ohne regionale Interessenvertretung. Mit dem Konzept der außerbetrieblichen Gewerkschaftsarbeit hat die Rostocker IG Metall eine Betreuungsalternative entwickelt, um wieder in der Region Fuß zu fassen, nachdem auch die Geschäftsstelle der GHK ihre Arbeit einstellen musste. Am 16.April 2003 fand eine erste Beratung statt, in der dieses Konzept mit den Mitgliedern diskutiert wurde. Anlässlich des 1.Mai 2003 fand am 28.April 2003 eine Mitgliederversammlung mit Jubilarehrung statt, in welcher dieses Konzept vom Koll. Rüdiger Klein, 1. Bevollmächtigter der Rostocker und Schweriner IG Metall und Koll. Klaus Kannenberg vorgestellt wurde. Im Anschluss sind 10 Kolleginnen und Kollegen als Vertrauensleute gewählt worden, die den Vertrauenskörper des Stützpunkts Ribnitz-Damgarten bilden.
 
Die offizielle Eröffnung des Stützpunktbüros fand am 12.Mai 2003 statt. Mit den Aktionen gegen Hartz IV hat sich die IG Metall mit ihren ehrenamtlichen Funktionäre in Ribnitz-Damgarten gewerkschaftspolitisch zurückgemeldet. Spät aber nicht zu spät für eine gewerkschaftliche Interessenvertretung in einer gebeutelten Region.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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