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Bereits im Herbst 1990 richtete die IG Metall für die Bundesrepublik Deutschland in Gehlsdorf, Blockweg 19 ein Informations- und Beratungsbüro ein. In dieser Zeit wurden hunderte interessierte Kolleginnen und Kollegen mit den Aufgaben von Gewerkschaften nach dem Modell und den Strukturen der IG Metall in Schulungen und Seminaren vertraut gemacht. Insbesondere half das Büro beim Aufbau von Betriebsräten in vielen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie und im Handwerk. Schon zu Beginn des Jahres hatte die IG Metall der noch existierenden DDR, die sich in Mecklenburg-Vorpommern bereits neu konstruiert hatte, eine Tarifkommission gewählt und war mit den Arbeitgeberverbänden Ostdeutschlands in zentrale Verhandlungen über einen Tarifvertrag für die über 2,3 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie getreten. Nachdem sich die Arbeitgeberverbände auch regional organisierten und mit den Verbänden im Westen gemeinsame Verhandlungskommissionen bildeten, trat auch der Tarifbezirk Küste der IG Metall mit Sitz in Hamburg in die Tarifverhandlungen im Norden mit ein.
 
Am 13. Juli 1990 wurde die erste Tarifrunde seit 60 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Tarifvertrag beendet, der den unumkehrbaren Einstieg in die Angleichung der Tarifbedingungen Ost – West in der Metall- und Elektroindustrie zum Inhalt hatte. Schon am 06. April 1991 wählte eine aus 136 Delegierten bestehende Versammlung der IG Metall für den Bereich der Verwaltungsstelle Rostock auf Basis der IG Metall Satzung und eines neuen Ortstatuts eine 13-köpfige Ortsverwaltung. Der gebürtige Rostocker Rüdiger Klein wurde zum 1. Bevollmächtigten gewählt. Die nächsten Jahre waren von der Verteidigung der Schiffbau- und Zulieferstandorte gegen die Folgen einer systembedingten Wirtschaftsreform gekennzeichnet, der mit den Werftenbesetzungen und der Betriebsbesetzung des DMR 1993 seinen Höhepunkt fand. Der Kampf um den Erhalt und die Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Region hält bis heute an.
 
Mit der rechtswidrigen Kündigung eines Stufentarifvertrages, der die schrittweise und geregelte Angleichung der Tarifbedingungen zum Inhalt hatte, stellten die Arbeitgeber 1993 die IG Metall vor ihre bislang größte Herausforderung. Nur noch durch einen uns aufgezwungenen Streik, der über 14 Tage dauerte, konnte die IG Metall sich in ihrem Ziel durchsetzen und den Stufenplan zurückstreiken. Über 6000 Mitglieder befanden sich in der Verwaltungsstelle um Ausstand. Der Konkurs des Bremer Vulkan Konzernverbundes war ein schwarzer Tag, auch für die zu dieser Zeit noch 2000 Beschäftigten in den Rostocker Vulkanbetrieben und für den deutschen Schiffbau insgesamt. Anders wie in der Schiffbaukrise der DMS, in der Betriebe in Ostdeutschland einen Ministerpräsidenten zum Rücktritt zwangen, war das Ringen mit der Landesregierung um eine Landesbeteiligungsgesellschaft für die Werften in Rostock, Wismar und Stralsund und das DMR erfolgreicher. Die Investitionen konnten fortgesetzt werden und neue Eigentümer wurden gefunden. Zu dieser Zeit hatte die Kvaerner–Warnow-Werft durch ihren Eigentümer das Modernisierungskonzept zu einer der modernsten Kompaktwerften fast abgeschlossen.
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