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Bereits 1990, unmittelbar nach der friedlichen Revolution, hatte die IG Metall Schwerin mit den Organisationswahlen zur Erneuerung gewerkschaftlicher Interessenvertretung begonnen. In der Wismarschen Strasse wurde eine Gebietsgeschäftsstelle mit einem neuen Vorstand tätig, nachdem demokratische Urwahlen durchgeführt wurden. Die ehemalige Bezirksleitung der IG Metall im FDGB Verwaltungsbezirk Schwerin beendete mit der demokratischen Legitimation eines IG Metall-Bezirkes Nord der IG Metall für die DDR ihre Tätigkeit und wurde im Juni 1990 abgewickelt. Sehr frühzeitig eröffnete die IG Metall für die Bundesrepublik Deutschland in Schwerin ein Informations- und Beratungsbüro, grenzte sich aber mit Nachdruck von den neuen Nachwendestrukturen der Ost IG Metall ab. Parallel baute sie neue informelle Strukturen auf und begann unterstützend mit dem Aufbau von Interessenvertretungen nach dem Betriebsratmodell, unbeschadet des bis lang existierenden neuen Gewerkschaftsgesetzes der Nachwende -DDR.

 
U.a. Hermann Spieker, Lutz Schiel, Waltrud Opalka und Michael Schrod waren in den ersten Stunden als „AufbauhelferInnen“ tätig. Als neuen Sitz der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern nach einem Volksentscheid und mit fast 14.000 Mitgliedern, vor allen Dingen aus den Schweriner Großbetrieben wie dem Kabelwerk, Plastmaschinenwerk, Hydraulikwerk und in Parchim Hydraulik Nord war eine Fläche bis nach Wittenberge in südlicher Richtung mit dem dortigen Veritas Nähmaschinenwerk und nach einer Gebietsentscheidung über zukünftige Verwaltungsstellengrenzen bis nach Güstrow mit dem dortigen Landmaschinenwerk zu betreuen. Der Boizenburger Bereich mit der dortigen Elbewerft wurde der Verwaltungsstelle Hamburg-Bergedorf zugeordnet. Die Prignitz entschied sich zu einer Zuordnung nach Brandenburg. In Schwerin konstituierte sich sehr schnell ein Arbeitgeberverband Nord, gesponsert von Nordmetall. Fast zwangsläufig kamen die Verhandlungsführer des ersten Tarifvertrages „Qualifizieren statt entlassen“ von Arbeitgeberseite aus dem Schweriner Bereich und trug der Tarifvertrag, der im Sommer 1990 nach fast 60 Jahren erstmals frei ausgehandelt wurde, auch die Unterschrift von einem Geschäftsführer Griefahn, neben der Unterschrift des damaligen IG Metall Bezirksleiters Klein, IG Metall Nord der neuen Ost IG Metall. 1991 wurden erstmals auf der Basis einer Wahlausschreibung nach der Satzung der IG Metall für die Bundesrepublik Deutschland im Bereich der Verwaltungsstelle Schwerin Organisationswahlen durchgeführt und ein Ortsvorstand und Hermann Spieker, ein ehemaliger DGB Rechtschutzsekretär aus Schleswig Holstein, wurde zum 1. Bevollmächtigten gewählt.
 
Mit dem Auflösungskongress der Ost IG Metall hatte diese zum 31.12.1990 ihre Arbeit nach anderthalb Jahren Existenz eingestellt und ihren Mitgliedern empfohlen, zur IG Metall für die Bundesrepublik Deutschland überzutreten. Gemäß Einigungsvertrag galten zwischenzeitlich fast alle Rechtsnormen.
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